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Minolta Systemblitz 5600 HS (D)

Einführung

MINOLTA Systemblitz 5600 HS (D). Klicken Sie auf das Bild für eine größere Darstellung...
MINOLTA Systemblitz 5600 HS (D).

Noch wichtiger als die passende Kamera und ein gutes Objektiv ist für den Fotografen das verfügbare Licht. Erst durch die Reflexionen des Lichts auf der Oberfläche des Objekts ist der Film oder der CCD-Sensor in der Lage, diese Farb- und Helligkeitsinformationen durch chemische Reaktionen bzw. A/D-Wandlung in sinnvolle Bilddaten umzuwandeln. Doch nicht immer scheint die Sonne oder hat soviel Zeit und Möglichkeiten, bei azurblauem Himmel und strahlendem Sonnenschein der Fotografie Tribut zu zollen. Doch können künstliche Lichtquellen durch geschickten Einsatz die Intentionen der Motivwahl sowie die Aussagekraft des Fotos nachhaltig unterstreichen. Eine solche Lichtquelle ist u.a. ein Blitzgerät. Die Dynax 7D besitzt bereits einen werkseitig eingebauten Blitz, welcher zur einfachen Ausleuchtung durchaus geeignet ist. Bei komplexeren Lichtsituationen kommt man jedoch um die Verwendung einen Systemblitz kaum herum. Konica-Minolta bietet hierzu für die D7D zum einen den 3600HS(D) an, welcher relativ preisgünstig ist. Leider besitzt dieser einige wesentlich Einschränkungen (kein horizontales Schwenken des Reflektors möglich, kein Testblitz, geringere Reichweite [Leitzahl]), die oft den Griff zum leistungsfähigeren Minolta 5600 HS (D) als die bessere Entscheidung darstellen.

Im Detail: Daten und Fakten

In der blau-weißen Verpackung befindet sich in einer einfachen Ledertasche geschützt neben dem Mini-Blitzfuß (Mini Stand "MS-2") der 5600 HS (D). Das "D" steht hierbei für "Distance" und erlaubt in Verbindung mit der ADI ("Advanced Distance Integration") Blitz-Belichtungsmessung sowie ADI-kompatiblen "D"-Objektiven die Verwendung von Entfernungsinformationen zur präzisen Bestimmung der notwendigen Lichtmenge des Blitzes.

MINOLTA 5600 HS (D): ADI vs. TTL. Klicken Sie auf das Bild für eine größere Darstellung...
MINOLTA 5600 HS (D): ADI vs. TTL

ADI vs. TTL: Entgegen ersten Beobachtungen scheint der 5600 HS (D) den internen Entfernungsencodierer der D7D zu berücksichtigen, welcher ADI auch ohne spezielle Objektive ermöglicht. Für die nebenstehende Abbildung wurde das Nicht-"D" Objektiv Minolta AF 28-105/3.5-4.5 verwendet, und die unterschiedlichen Fokussierentfernungen zeigen, wie die entfernungsabhängige Belichtungsmessung ADI wirkt: In der oberen Bildreihe wird das angewählte Objekt (soweit möglich) korrekt beleuchtet. In der unteren Bildreihe ist das vordere Objekt deutlich überstrahlt, unabhängig vom gewählten Fokuspunkt, da die Belichtungsmessung hier versucht, den gesamten Bereich möglichst optimal auszuleuchten, ohne die Entfernung des Hauptobjekts zu berücksichtigen. Hingegen konzentriert sich ADI auf das Objekt im Fokus und die Belichtung fällt somit präziser aus. Beim indirekten Blitzen wird aber auch hier grundsätzlich automatisch auf TTL umgeschaltet, unabhängig von der Einstellung der Dynax/Maxxum 7D.

Der 5600 HS (D) ist ein solider und qualitativ sehr gut verarbeiteter Systemblitz, welcher trotz seiner Leistung (Leitzahl 56) und Funktionen noch kompakte Abmessungen hat. Auf die D7D gesteckt besitzt man nunmehr eine Kombination, welche sowohl beachtliche Abmaße als auch ein stattliches Gewicht vorweisen kann. Hinsichtlich der Passgenauigkeit gib es im Blitzfuß zwar ein minimales Spiel. Dieses kann aber vernachlässigt werden, da der 5600er deutlich hörbar und sicher einrastet.
Die Inbetriebnahme erfolgt zum einen über die rückseitige ON/OFF-Taste oder auch wahlweise automatisch beim Einschalten der Kamera. Nach einer selbst einstellbaren Zeit der Nichtbenutzung kann sich der 5600 auch selbsttätig ausschalten, um die Batterien zu schonen.
Der Blitzkopf kann, wie am 3600 HS (D), in der Vertikalen zw. 0 und 90° geschwenkt werden. Zusätzlich (im Gegensatz zum 3600er) kann er auch um -10° nach unten geneigt werden, um beispielsweise nahe Motive ausleuchten zu können. Das Schwenken in der horizontalen Ebene unterstützt ebenfalls nur der 5600er. Somit ist bei Verwendung des Hochformats indirektes Blitzen ("bouncing") möglich. Das indirekte Blitzen ist bereits für sich ein Alleinstellungsmerkmal externer Systemblitze, da hierdurch eine gezieltere aber auch homogenere Ausleuchtung erreicht werden kann und so die Verwendung des Blitzes kaum sichtbar ist. Im nachfolgenden Abschnitt soll dies mittels unterschiedlicher Belichtungskombinationen nochmals verdeutlicht werden.

Belichtungs-Vergleich: Um die Leistungsfähigkeit des 5600HS(D) gegenüber dem internen Blitz der Dynax 7D zu zeigen, wurden nachfolgende Testreihen erstellt. Die Aufnahmen entstanden am späten Abend und der Raum erhielt mit nur einer 60 Watt Glühlampe eine Grundbeleuchtung. Somit ist eine möglichst konstante Grund-Lichtsituation über die gesamte Versuchsdauer gewährleistet:

Gerade beim indirekten Blitzen sieht man die Qualität der Ausleuchtung sehr deutlich. Neben diesen überzeugenen Leistungen besteht ein weiterer Vorteil in der Möglichkeit des dratlosen Blitzens. Hierzu kann man den 5600er frei und losgelöst von der Kamera um das Motiv herum positionieren. Die erforderlichen Daten bekommt der 5600 beispielsweise durch den internen Blitz der D7D mitgeteilt. Eine Vielzahl an Kombinationen (Ratio, mehrere Blitze,...) ist somit möglich, auf die hier aber aus Gründen der Wahrung der Übersichtlichkeit nicht näher eingegangen wird.
Der 5600 HS (D) besitzt weiterhin einen eingebauten motorischen Zoomreflektor, welcher sich selbsttätig an die gewählte Brennweite anpasst oder auch durch manuellen Eingriff verändert werden kann.

MINOLTA Systemblitz 5600 HS (D): Batteriefach. Klicken Sie auf das Bild für eine größere Darstellung...
MINOLTA 5600 HS (D): Batteriefach.

Stromversorgung: Diese erfolgt durch 4x Mignon (AA) Zellen, wobei Batterien, Litiumbatterien oder NMH-Akkus eingesetzt werden können. NiCd-Akkus werden hingegen nicht erwähnt. Ich verwende im Moment DURACELL(R)-Alcalines. Das Öffnen der Batteriefachabdeckung ist jedoch etwas hakelig, sodaß man ein wenig Respekt davor hat, nichts abzubrechen

AF-Hilfslicht: Hinter der rot-transparenten Kunststoffscheibe befindet sich das AF-Hilfslicht, welches die Kamera beim Fokussieren bei zu wenig Licht oder kontrastschwachen Motiven unterstützt. Hierzu wird ein rotes Muster auf das Objekt projiziert, welches von dem gewählten AF-Sensor registriert wird. Auch wenn man selbst kaum noch einen Kontrastunterschied wahrnimmt, arbeitet der AF weiterhin zuverlässig und problemlos. Dies ist eine ungewohnte Art im Umgang mit der D7D, aber man weiß es sehr schnell zu schätzen.

MINOLTA Systemblitz 5600 HS (D): Anschlüsse.
MINOLTA 5600 HS (D): Anschlüsse.

Externe Anschlußmöglichkeiten Wer aus diversen Gründen die Dratlosblitzfunktion nicht nutzen kann oder möchte, findet hinter einer seitlichen Abdeckung eine Buchse, wo das Off-Camera-Cable "OC-1100" oder das Kabel "CD" angeschlossen werden kann. Weiterhin findet sich eine Anschlußmöglichkeit für das externe Battery-Pack "EP-2", das mit 6 Mignon (AA) - Batterien betrieben wird und u.a. die Ladezeiten im Betrieb fast halbiert.

Das beleuchtbare Display, welches dem 3600 gänzlich fehlt, erleichtert die Bedienung des 5600er. So wird neben aktuellen Statusdaten beispielsweise auch der empfohlene Enfernungsbereich eingeblendet, in welchem eine ausreichende Ausleuchtung gewährleistet werden kann. Obwohl durch den internen Encoder der D7D Entfernungsdaten vorliegen, gibt es leider keine Warnung, wenn sich das Objekt außerhalb dieser Bereichsgrenzen befindet. Weiterhin ist auch nur beim 5600er die manuelle Auslösung des Blitzes möglich, welche neben dem klassichen Blitz noch eine 3er-Blitzfolge oder einen 4 Sekunden andauernden Stroboskopblitz (40Hz) zur besseren Beurteilung der Ausleuchtungssituation bietet.

Preis: Leider ist dieser Systemblitz in Deutschland aktuell seltenst für weniger als 400 EUR zu bekommen. Auch die Gebrauchtpreise befinden sich auf einem relariv hohen Niveau. Aufgrund des aktuellen Ausverkaufs von Minolta konnte ich ihn in den USA für $299.95 erwerben, welches einschließlich der Versandkosten Mitte April 2006 umgerechnet ca. EUR 264.00 entsprach.

Bewertung/Fazit

MINOLTA Systemblitz 5600 HS (D) Rückansicht. Klicken Sie auf das Bild für eine größere Darstellung...
MINOLTA Systemblitz 5600 HS (D)
(Rückansicht).

Obwohl der Minolta 5600 HS (D) zumindest in Deutschland weiterhin sehr teuer angeboten wird (ca. 400.00 Euro, Stand April 2006), erweitert er deutlich die Möglichkeiten der Dynax/Maxxum 7D.
So kann nicht nur bei schlechten Lichtsituationen eine sehr gute und gezielte Ausleuchtung, insbesondere durch indirektes Blitzen ("bouncing"), des Motivs auch über größere Entfernungen erzielt werden. Bei Tageslicht werden Schattenpartien (speziell in Gegenlichtsituationen) aufgehellt um das Motiv somit besser herauszustellen. Dratlosblitzen, manuelles Auslösen (u.a. für Modelling), beleuchtbares Display und die insgesamt große Reichweite (Leitzahl 56) sind wichtige Merkmale, die zur Entscheidungsfindung beigetragen haben. Zwar gibt es mit SIGMA und METZ Drittanbieter für Minolta-Systemblitze, jedoch harmoniert bisher keiner so gut mit der Dynax/Maxxum 7D, daß manuelles Eingreifen und Korrigieren nicht mehr erforderlich sind.

Nach dem Rückzug von Konica-Minoalta im Kamerabereich und Übernahme des Geschäftes durch SONY bleibt abzuwarten, welche neuen Systemblitze angeboten werden. Letztendlich führt um die sinnvolle Nutzung von Blitz-Möglichkeiten kein Weg an Systemblitzgeräten wie dem 3600 HS(D) oder dem 5600 HS (D) vorbei. Ob es einem persönlich den Preis wert ist, muß jeder in letzter Konsequenz für sich entscheiden.

© 2005, 2006 Torsten Mann, Pfingstbrunnenstr. 10, 65760 Eschborn. Letzte Aktualisierung15.01.2009